11. April 2026
NIQ setzt auf KI und Jobs to Be Done: Was der weltgrößte Marktforscher damit sagt — und was das für deinen Mittelstand bedeutet
Am 9. April 2026 hat NielsenIQ sein neues Produkt „Growth Pathways“ lanciert — eine Kombination aus KI-gestützter qualitativer JTBD-Forschung und quantitativen Category Entry Points. Damit validiert der weltgrößte Consumer-Intelligence-Anbieter öffentlich, was wir seit 2006 praktizieren. Die Frage ist nicht, ob JTBD funktioniert. Die Frage ist, ob du Enterprise-Budget brauchst, um davon zu profitieren.
Was NIQ mit Growth Pathways angekündigt hat
NielsenIQ — börsennotiert an der NYSE unter NIQ, entstanden aus der Fusion von NielsenIQ und GfK im Jahr 2023, aktiv in über 90 Ländern und mit Daten zu 7,4 Billionen US-Dollar erfassten Konsumausgaben — hat am 9. April 2026 ein neues Forschungsprodukt vorgestellt: Growth Pathways.
Das Produkt kombiniert zwei methodische Bausteine:
1. KI-gestützte qualitative JTBD-Forschung — konkret AI In-Depth Interviews, AI Ethnographic Research und Research Communities
2. Quantitative Category Entry Points (CEPs) — die Situationen und Anlässe, in denen Konsumenten überhaupt an eine Kategorie denken
Global Practice Leader ist Stacy Bereck aus New York. Ihr Kernzitat aus der Ankündigung: „Marken müssen verstehen, wo Konsumenten tatsächlich zwischen ihnen und alternativen Lösungen wählen — das überschreitet Kategoriengrenzen.“
Das ist kein Zufall. Das ist eine strategische Positionierung. Und sie sagt mehr über den Markt als über NIQ.
Denn was Bereck hier beschreibt, ist nichts anderes als das Grundprinzip von Demand-Side Thinking: Nicht fragen, was dein Produkt kann — sondern verstehen, wofür Kunden es anheuern. Und welche Alternativen sie in Betracht ziehen, die du als Wettbewerb gar nicht auf dem Schirm hast. Ein E-Bike-Händler konkurriert nicht nur mit anderen Fahrradläden. Er konkurriert mit dem Auto, dem Fitnessstudio und dem Nichtstun. Genau diesen Perspektivwechsel meint Bereck — und genau das ist JTBD.
Was hinter den Begriffen steckt — JTBD und CEPs für Nicht-Forscher
Wenn du mit Jobs to Be Done noch nicht vertraut bist: Das JTBD-Framework beschreibt, warum Menschen Produkte und Dienstleistungen „anheuern“. Nicht wegen Features oder Preispunkten — sondern weil sie einen Fortschritt in ihrem Leben erzielen wollen. Einen Job erledigen.
Ein Beispiel: Niemand kauft einen Akkuschrauber, weil er einen Akkuschrauber will. Er will ein Regal aufhängen, eine Terrasse bauen, am Wochenende produktiv sein. Der JTBD-Ansatz fragt nicht „Was willst du kaufen?“, sondern „Was versuchst du zu erreichen — und was steht dir dabei im Weg?“
Dafür gibt es zwei große methodische Schulen:
- Die interpretativ-narrative Schule (Christensen/Moesta): Tiefeninterviews über reale Kaufentscheidungen, Analyse der Kräfte, die für und gegen einen Wechsel wirken. Genau dieser Ansatz steckt hinter dem Wheel of Progress und hinter dem, was wir unter JTBD-Interviews verstehen.
- Outcome-Driven Innovation (ODI) nach Ulwick: Stärker quantitativ, mit gewünschten Ergebnissen als Messgrößen. Hier geht es weniger um das Verstehen der Kaufgeschichte und mehr um das systematische Messen von Zufriedenheitslücken.
Der Unterschied ist nicht akademisch — er bestimmt, welche Fragen du stellst, welche Daten du erhebst und welche Entscheidungen du daraus ableitest. Wer die Schulen verwechselt, bekommt Ergebnisse, die methodisch sauber aussehen, aber strategisch in die falsche Richtung führen.
NIQ nutzt — laut eigener Darstellung — die interpretativ-narrative Schule. Kein spezifisches Framework wird namentlich referenziert, aber die Methodik (qualitative Tiefenforschung über Kaufentscheidungen, Fokus auf Alternativen jenseits der Kategorie) ist eindeutig Moesta/Christensen.
Category Entry Points (CEPs) sind die quantitative Ergänzung: In welchen Situationen, bei welchen Anlässen, in welchen emotionalen Zuständen denkt ein Konsument überhaupt an deine Kategorie? CEPs kommen aus der Forschung von Byron Sharp (Ehrenberg-Bass Institute) und beschreiben die mentalen Zugangspunkte zu einer Marke.
Die Kombination aus beiden — qualitative JTBD-Forschung plus quantitative CEPs — ist methodisch sinnvoll. JTBD liefert die Tiefe: Warum wechselt jemand? Welche Kräfte wirken? CEPs liefern die Breite: In welchen Momenten ist eine Marke mental verfügbar? Zusammen ergeben sie ein Bild, das weder reine Markentracking-Daten noch klassische Kundenzufriedenheitsumfragen liefern können.
Aber die Kombination ist nicht neu. Wer sich ernsthaft mit JTBD beschäftigt, arbeitet seit Jahren mit vergleichbaren Ansätzen — nur ohne den NIQ-Überbau.
Die eigentliche Nachricht: Marktvalidierung, keine Innovation
Was an der NIQ-Ankündigung wirklich zählt, ist nicht das Produkt selbst.
NIQ hat Jobs to Be Done nicht erfunden. Sie haben es nicht weiterentwickelt. Sie haben es als Enterprise-Produkt verpackt und in ihre bestehende Infrastruktur integriert. Das ist legitim. Und es ist ein wichtiges Signal.
Denn wenn der weltgrößte Consumer-Intelligence-Anbieter JTBD in sein Kernportfolio aufnimmt, sagt das drei Dinge:
Erstens: JTBD ist kein Nischen-Framework mehr für Innovationsberater und Design Thinker. Es ist Mainstream. Die Methode hat den Reifegrad erreicht, bei dem globale Konzerne sie als skalierbares Produkt verkaufen.
Zweitens: KI-gestützte qualitative Forschung ist kein Experiment mehr. NIQ baut ein Produkt darauf. Mit Enterprise-Pricing. Für Fortune-500-Kunden. Das bedeutet: Die Technologie ist reif genug, um Entscheidungen in Milliardenhöhe darauf zu stützen.
Drittens: Der Markt verschiebt sich. Weg von „Wir fragen Kunden, was sie wollen“ hin zu „Wir verstehen, warum sie tun, was sie tun.“ Weg von Supply-Side-Denken hin zu Demand-Side-Thinking.
Für Entscheider im Mittelstand heißt das: Die Methode, die du vielleicht noch als „interessant, aber akademisch“ abgestempelt hast, ist gerade vom größten Player der Branche als geschäftskritisch eingestuft worden. NIQ investiert nicht in Randthemen. Sie investieren in das, wovon sie glauben, dass es ihre nächste Wachstumsphase antreibt.
Und wenn ein Unternehmen mit 7,4 Billionen Dollar erfassten Konsumausgaben sagt „JTBD ist der Weg nach vorn“ — dann ist das keine Meinung. Das ist ein Marktsignal.
KI-Qualitativforschung: Was NIQ macht — und was wir gemacht haben
Der methodisch spannendste Teil von Growth Pathways ist die KI-Komponente. NIQ setzt auf drei Formate:
- AI In-Depth Interviews — KI führt qualitative Tiefeninterviews
- AI Ethnographic Research — KI analysiert Verhaltensdaten im Kontext
- Research Communities — digitale Panels mit KI-gestützter Moderation
Das Versprechen: Qualitative Tiefe bei quantitativer Skalierbarkeit. Hunderte oder tausende Interviews statt vier bis zwölf. Schneller, günstiger, global einsetzbar.
Klingt überzeugend. Und für globale FMCG-Konzerne, die in 30 Märkten gleichzeitig forschen müssen, ist dieser Skalierungsvorteil real. Die Frage ist nur: Was geht dabei verloren?
Wir haben es getestet. Nicht mit Hunderten von Interviews, sondern unter kontrollierten Bedingungen — dieselben vier Transkripte, einmal menschlich ausgewertet und einmal durch KI. Kein Marketing-Claim, sondern ein dokumentierter Direktvergleich. Und die Ergebnisse sind aufschlussreicher als jede Produktankündigung.
Unsere Fahrradhändler-Fallstudie: Derselbe Datensatz, 6 Jahre Abstand
2020 hat ein Team von vier Personen vier JTBD-Tiefeninterviews mit Kunden eines Fahrradhändlers ausgewertet. Zeitaufwand: rund 9 Stunden Workshop-Arbeit. 2026 haben wir dieselben vier Transkripte durch ein KI-gestütztes JTBD-Research-System laufen lassen. Ohne Kenntnis der Originalergebnisse. Zeitaufwand: 45 Minuten.
Das Ergebnis in Kurzform:
Die Kernbefunde waren identisch. Beide Auswertungen — Mensch und KI — kamen unabhängig voneinander zu denselben strategischen Mustern. Der Differenzierungsfaktor ist die Beratungsqualität. Die Probefahrt ist der emotionale Kipppunkt. Preis ist nicht die eigentliche Kaufbarriere.
Aber dann wird es interessant.
Wo die KI stärker war: Vollständige Extraktion. Kein Detail übersprungen. Konsistente Kodierung über alle Interviews hinweg. Systematische Erfassung der Post-Purchase-Phase, die das Team unter Zeitdruck nur gestreift hatte.
Wo der Mensch tiefer sah: Soziale und emotionale Jobs, die im Transkript nicht explizit stehen, sondern mitschwingen. „Hilf mir dabei, vor anderen Hundebesitzern gut dazustehen.“ Ein sozialer Job — die Kundin sagt das nie explizit, aber es schwingt in der Art mit, wie sie über ihr neues E-Bike spricht. Das Team hörte es. Die KI nicht.
„Hilf mir dabei, mit meinem Fachwissen zu glänzen.“ Ein Kunde, der sich vor dem Kauf intensiv eingelesen hatte und im Beratungsgespräch erlebte, dass der Verkäufer sein Vorwissen respektiert statt ignoriert. Das Team erkannte darin einen eigenständigen emotionalen Job. Die KI ordnete es als Kontextfaktor ein.
Und dann die Meta-Abstraktionen: „Hilf mir dabei, mich aktiv und integriert zu fühlen.“ Eine Synthese über alle Interviews hinweg — das übergreifende Muster hinter den einzelnen Kaufgründen. Die KI blieb auf der Ebene der Einzelaussagen. Der Mensch sah das Gemeinsame.
Dazu kamen Tonfall-Nuancen: Eine Interviewpartnerin erwähnte beiläufig, dass es in einem anderen Laden „nach Rauch roch“ und „Chaos herrschte“. Im Transkript stehen diese Sätze zwischen anderen Sätzen. Die KI abstrahierte sie zu „negative Händlererfahrungen“. Das Team hörte die Emotion dahinter — Ekel, Unsicherheit, sofortige Ablehnung — und erfasste sie als konkrete Angst-Kräfte im JTBD-Framework.
Die vollständige Case Study mit allen Details findest du hier.
Was das für NIQs Ansatz bedeutet
NIQ skaliert die Extraktion. Mehr Interviews, schneller, globaler. Das ist wertvoll. Aber wenn unsere Erfahrung ein Indikator ist, dann bleibt die Synthese — das Erkennen von Mustern, die nicht in den Daten stehen, sondern zwischen den Zeilen — eine menschliche Aufgabe.
Unsere Formel dafür: KI für die Extraktion. Mensch für die Synthese.
NIQ wird das vermutlich ähnlich lösen — mit Research-Teams, die die KI-Ergebnisse interpretieren. Aber das steht nicht in der Pressemitteilung. Und es wird nicht im Enterprise-Pricing reflektiert sein.
Das ist kein Vorwurf an NIQ. Es ist eine nüchterne Feststellung: KI-gestützte qualitative Forschung ist ein mächtiges Werkzeug. Aber ein Werkzeug ersetzt nicht die Urteilskraft des Menschen, der es bedient. Ein Hammer baut kein Haus. Ein Zimmermann mit Hammer schon.
In der Praxis bedeutet das: Wer KI-gestützte JTBD-Forschung betreibt — egal ob mit NIQ-Budget oder mit Mittelstands-Ressourcen — braucht erfahrene Researcher, die wissen, wo die KI systematisch blind ist. Die sozialen Dynamiken erkennen, die in keinem Transkript explizit stehen. Die den Unterschied hören zwischen dem, was Kunden sagen, und dem, was sie meinen.
Primärdaten: Was wir aus 700+ JTBD-Projekten wissen
Wir arbeiten seit 2006 mit Jobs to Be Done. Über 700 Unternehmen. Nicht als Theorie, sondern als operatives Werkzeug für Produktentwicklung, Positionierung und Wachstumsstrategie.
Drei Datenpunkte, die im Kontext der NIQ-Ankündigung relevant sind:
Fahrradhändler-Fallstudie — KI vs. Mensch im Direktvergleich
| Dimension | Mensch (2020) | KI (2026) |
|---|---|---|
| Zeitaufwand Auswertung | ~9 Stunden | ~45 Minuten |
| Kernbefunde | 3 strategische Muster | Dieselben 3 Muster |
| Soziale/emotionale Jobs | Erkannt | Teilweise übersehen |
| Vollständigkeit der Extraktion | Lückenhaft unter Zeitdruck | Vollständig |
| Reproduzierbarkeit | Teamabhängig | Konsistent |
BTC-Adoption-Studie — Open-Source-JTBD-Research
33 Tiefeninterviews. 9 identifizierte Segmente. 1.106 Evidence Cards. Vollständig als Open-Source-Forschungsdatensatz veröffentlicht. Das ist keine Auftragsforschung hinter einer Paywall — das ist nachprüfbare Methodik. Jede einzelne Evidence Card ist einsehbar, jedes Segment nachvollziehbar begründet. Wenn NIQ Transparenz verspricht, können wir sie liefern — öffentlich und kostenlos.
Customer Insights Sprint — Das Format
Unser Standardformat für mittelständische Unternehmen: der Customer Insights Sprint. Vier bis sechs Wochen, vier bis acht Tiefeninterviews, strukturierte Auswertung mit KI-Unterstützung und menschlicher Synthese. Ergebnis: dokumentierte Jobs, Kräfte, Segmente und konkrete strategische Handlungsempfehlungen.
Kein Enterprise-Budget nötig. Keine 90-Länder-Infrastruktur. Sondern ein fokussierter Sprint, der in Wochen statt Monaten Ergebnisse liefert.
Warum wir das so detailliert auflisten? Weil im Kontext von NIQs Ankündigung ein Missverständnis naheliegt: dass JTBD-Forschung nur mit großem Budget und globaler Infrastruktur möglich sei. Das Gegenteil ist der Fall. Die Methode selbst ist schlank. Was sie teuer macht, ist nicht die Forschung — es ist der Vertriebsapparat drumherum.
Was die Alternative zu NIQ für Unternehmen ohne Enterprise-Budget ist
NIQ Growth Pathways ist ein Enterprise-Produkt. Das Pricing ist nicht öffentlich, aber wenn du Erfahrung mit NIQ oder GfK hast, weißt du, wo die Größenordnungen liegen. Sechsstellig aufwärts für globale Studien. Das ist für Konzerne wie Nestlé, Procter & Gamble oder Unilever gebaut.
Wenn du ein mittelständisches Unternehmen führst — sagen wir 50 bis 500 Mitarbeiter, ein bis drei Produktlinien, vielleicht 5 bis 50 Millionen Umsatz — dann brauchst du keine globale Consumer-Intelligence-Plattform. Du brauchst Antworten auf konkrete Fragen:
- Warum kaufen unsere besten Kunden wirklich bei uns?
- Welche Alternativen stehen tatsächlich im Wettbewerb — auch branchenfremd?
- Was hindert potenzielle Kunden am Wechsel zu uns?
- Welche Jobs erledigen wir gut — und welche übersehen wir?
Dafür brauchst du keine 90-Länder-Infrastruktur. Dafür brauchst du vier bis acht gute JTBD-Interviews, eine saubere Auswertung und jemanden, der die Synthese macht.
Was NIQ für Konzerne ist, ist der Customer Insights Sprint für den Mittelstand: Ein strukturierter Forschungsprozess, der in Wochen statt Monaten belastbare Ergebnisse liefert. Mit KI-Unterstützung bei der Extraktion. Mit menschlicher Expertise bei der Synthese. Und mit Ergebnissen, die du direkt in Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb umsetzen kannst.
Der Unterschied zu NIQ ist nicht die Methode — es ist der Scope. NIQ erfasst globale Konsumströme. Wir erfassen, warum deine konkreten Kunden bei dir kaufen. Beides hat seinen Platz. Aber für die meisten mittelständischen Entscheidungen ist das Zweite wertvoller.
Denk es so: NIQ ist die Wetterstation, die dir sagt, wie das Klima weltweit aussieht. Nützlich, wenn du eine globale Lieferkette steuerst. Aber wenn du wissen willst, ob es morgen in deinem Garten regnet, brauchst du ein anderes Instrument. Du brauchst jemanden, der rausschaut und die Wolken liest.
Das klingt simpel. Aber genau darin liegt der blinde Fleck vieler Mittelständler: Sie glauben, sie bräuchten entweder die große Enterprise-Lösung — oder gar nichts. Dabei liegt die stärkste Hebelwirkung oft in vier bis acht richtig geführten Gesprächen mit echten Kunden. Nicht in Dashboards mit tausend Datenpunkten, die niemand interpretiert.
Warum der Mittelstand schneller sein kann als Konzerne
Ein Paradox, das die NIQ-Ankündigung unbeabsichtigt offenlegt: Je größer die Organisation, desto länger dauert es, bis Forschungsergebnisse in Entscheidungen münden. Ein Konzern, der eine globale JTBD-Studie mit NIQ durchführt, hat vielleicht nach sechs Monaten belastbare Ergebnisse. Dann braucht es drei Monate interne Abstimmung. Dann einen Business Case. Dann eine Pilotierung.
Ein mittelständisches Unternehmen, das einen Customer Insights Sprint durchführt, hat nach vier bis sechs Wochen Ergebnisse — und kann in der Woche danach die ersten Maßnahmen umsetzen. Keine Gremien, keine globale Abstimmung, keine zwölf Monate Vorlauf. Das ist kein Nachteil. Das ist ein struktureller Vorteil, den du nutzen solltest.
Was du konkret tun kannst
Wenn du JTBD verstehen willst: Starte mit unserer JTBD-Übersichtsseite — dort findest du Methodik, Frameworks und Praxisbeispiele.
Wenn du JTBD ausprobieren willst: Der Customer Insights Sprint ist der schnellste Weg zu belastbaren Kunden-Insights. Vier bis sechs Wochen, konkrete Ergebnisse, kein Overhead.
Wenn du JTBD intern aufbauen willst: In unseren Mastering JTBD Workshops lernst du, Interviews selbst zu führen und auszuwerten — mit und ohne KI-Unterstützung.
Wenn du erstmal reden willst: Buch dir ein Quick Sparring. 30 Minuten, keine Verpflichtung, konkrete Einschätzung zu deiner Situation.
Wenn du tiefer einsteigen willst: Hör in den Podcast „Innovate+Upgrade“ rein. Dort besprechen wir JTBD-Methodik, Praxisfälle und genau die Fragen, die dieser Artikel aufwirft — in jeder Episode.
Häufig gestellte Fragen
Was ist NIQ Growth Pathways?
Growth Pathways ist ein Forschungsprodukt von NielsenIQ (NIQ), das am 9. April 2026 lanciert wurde. Es kombiniert KI-gestützte qualitative JTBD-Forschung — darunter AI In-Depth Interviews und AI Ethnographic Research — mit quantitativen Category Entry Points (CEPs). Das Produkt richtet sich an Enterprise-Kunden und soll Marken helfen zu verstehen, warum Konsumenten zwischen verschiedenen Lösungen wählen — auch über Kategoriengrenzen hinweg. Global Practice Leader ist Stacy Bereck.
Was ist der Unterschied zwischen JTBD und Category Entry Points?
Jobs to Be Done (JTBD) beschreibt den Fortschritt, den ein Kunde in seinem Leben erzielen will — den „Job“, für den er ein Produkt anheuert. JTBD beantwortet die Frage „Warum kauft jemand?“. Category Entry Points (CEPs) beschreiben die Situationen, Anlässe und emotionalen Zustände, in denen ein Konsument überhaupt an eine Produktkategorie denkt — also „Wann denkt jemand an deine Kategorie?“. JTBD ist qualitativ und tiefenorientiert, CEPs sind quantitativ und reichweitenorientiert. Die Kombination beider Ansätze liefert sowohl das Warum als auch das Wann.
Kann ich JTBD-Forschung mit KI auch ohne Enterprise-Budget betreiben?
Ja. Unsere Fahrradhändler-Fallstudie zeigt, dass KI-gestützte Auswertung von JTBD-Interviews in 45 Minuten zu denselben Kernbefunden kommt wie ein menschliches Team in 9 Stunden. Entscheidend ist die Kombination: KI für die systematische Extraktion, Mensch für die Synthese — besonders bei sozialen und emotionalen Jobs, die zwischen den Zeilen stehen. Der Customer Insights Sprint von Oberwasser Consulting nutzt genau diesen Ansatz und ist für mittelständische Budgets konzipiert.
Welche JTBD-Schule nutzt NIQ — Moesta oder Ulwick?
NIQ nutzt die interpretativ-narrative Schule nach Moesta und Christensen. Das zeigt sich an der Methodik: qualitative Tiefenforschung über reale Kaufentscheidungen, Fokus auf Alternativen jenseits der eigenen Kategorie, Verständnis der Kräfte die für und gegen einen Wechsel wirken. NIQ referenziert kein spezifisches JTBD-Framework namentlich, aber die Ausrichtung ist eindeutig qualitativ-interpretativ — nicht quantitativ-ergebnisorientiert wie bei Ulwicks Outcome-Driven Innovation (ODI).
Was kostet ein JTBD-Forschungsprojekt für den Mittelstand?
NIQ Growth Pathways richtet sich an Enterprise-Kunden mit entsprechendem Budget — Pricing ist nicht öffentlich. Für mittelständische Unternehmen gibt es pragmatischere Wege: Ein Customer Insights Sprint bei Oberwasser Consulting umfasst vier bis acht JTBD-Tiefeninterviews, KI-gestützte Extraktion und menschliche Synthese — in vier bis sechs Wochen, zu einem Bruchteil der Enterprise-Kosten. Konkrete Preise besprechen wir im persönlichen Gespräch, weil der Umfang vom Projekt abhängt.
Fazit: Was du aus der NIQ-Ankündigung mitnehmen solltest
NIQ Growth Pathways ist keine Revolution. Es ist eine Bestätigung. Der weltgrößte Marktforscher sagt: JTBD funktioniert. KI-gestützte qualitative Forschung funktioniert. Die Kombination aus beidem ist die Zukunft der Consumer Intelligence.
Was NIQ nicht sagt — aber was du wissen solltest: Du brauchst kein Enterprise-Budget, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Du brauchst die richtige Methode, die richtigen Fragen und jemanden, der sowohl die KI-Extraktion als auch die menschliche Synthese beherrscht. Genau das machen wir seit 2006 — dokumentiert, nachprüfbar und für den Mittelstand konzipiert.
Peter Rochel ist Mitentwickler des Wheel of Progress Canvas, arbeitet seit 2006 mit Jobs to Be Done und hat über 700 Unternehmen bei der kundenzentrierten Strategieentwicklung begleitet. Er ist Host des Podcasts „Innovate+Upgrade“ und bietet mit dem Customer Insights Sprint eine pragmatische Alternative zu Enterprise-Forschungsprodukten wie NIQ Growth Pathways.
Growth Pathways ist ein Forschungsprodukt von NielsenIQ (NIQ), das am 9. April 2026 lanciert wurde. Es kombiniert KI-gestützte qualitative JTBD-Forschung mit quantitativen Category Entry Points (CEPs). Das Produkt richtet sich an Enterprise-Kunden.
Jobs to Be Done beschreibt den Fortschritt, den ein Kunde erzielen will. CEPs beschreiben die Situationen, in denen ein Konsument an eine Produktkategorie denkt. JTBD ist qualitativ und tiefenorientiert, CEPs sind quantitativ und reichweitenorientiert.
Ja. Unsere Fahrradhändler-Fallstudie zeigt, dass KI-gestützte Auswertung in 45 Minuten zu denselben Kernbefunden kommt wie ein Team in 9 Stunden. Der Customer Insights Sprint nutzt diesen Ansatz für mittelständische Budgets.
NIQ nutzt die interpretativ-narrative Schule nach Moesta und Christensen: qualitative Tiefenforschung über reale Kaufentscheidungen, Fokus auf Alternativen jenseits der eigenen Kategorie.
Oberwasser Consulting bietet den Customer Insights Sprint an: vier bis acht JTBD-Tiefeninterviews, KI-gestützte Extraktion und menschliche Synthese in vier bis sechs Wochen.